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                                                                                                              Freiburg, Oktober 2012

   Fliegerausflug auf die Axalp zum Fliegerschießen

Es war mal wieder an der Zeit etwas Fliegerisches zu tun. Da bot es sich an: Die Sennerinnen auf der Axalp in der Schweiz ob Brienz in der Nähe von Bern hatten bereits abgetrieben, genauer gesagt das Vieh war abgetrieben, die Kuhfladen waren getrocknet

 

(wenn auch zeitweise wieder verregnet), und die Schweizer Luftwaffe konnte ihre alljährliche Leistungsshow in den Schweizer Bergen durchführen. Wir sollten dabei sein.

Die Schweizer Luftwaffe nennt dieses jährlich wiederkehrende Ereignis „Fliegerschießen“. Am 10. Und 11. Oktober sollte es in diesem Jahr ausgetragen werden. Kurzfristig wurde aber der 10. Oktober als Austragungstermin abgesagt, da eine Kaltfront durchzog mit heftigem Regen, und selbst in 7500 Fuß Höhe waren die Berge in Wolken oder im Regen. Am folgenden zweiten regulären Austragungstag fand das Debakel dann aber pünktlich statt.

Unser Mitglied Jürgen Karle wollte uns eine Freude machen, was ihm gänzlich gelungen ist. Er lud die Mitglieder, die mitkommen wollten, zu einer Fahrt zur Axalp in die Schweiz zum Fliegerschießen ein. Ab ging‘s am frühen Morgen, lange vor Sonnenaufgang, und wir hatten eine gemütliche Fahrt nach Brienz, wobei wir, außer dem Busfahrer, noch eine Runde im Bus schlafen konnten. Unser Bus, das war auch das Prunkstück des Tages: ein nagelneuer "American Schoolbus"   Marke  "Thomas", ein amerikanischer Schulbus für 40 Personen, übrigens das einzige Fahrzeug dieser Art mit personenbeförderungsrechtlicher Zulassung in

 

Deutschland, den Jürgen Karle operiert. Höchst bequem und super gut geeignet für solche denkwürdigen Ausflugsfahrten.

Wir parkten den Bus auf dem Militärflugplatz bei Brienz am Fuße der Axalp neben den von der Einsatzleitung bereitgestellten gelben Transportbussen für die zahlreich erwarteten Zuschauer. Unser abgestellter Bus fiel ja gar nicht weiter auf, er war auch gelb wie die anderen Busse. Wir waren zeitig, lösten die Eintrittskarten und nahmen Fahrt auf mit einem der Seilbahn – Zubringerbusse. Dort, an der Tatstation der Seilbahn angekommen, mussten wir erst einmal anstehen. Der Andrang war riesengroß. Der erste Transportabschnitt lag aber schon mal hinter uns.

Nach einem zweiten Transportabschnitt mit der Seilbahn begann der eigentliche Aufstieg. Je nach Befinden, Kondition und Bodenverhältnis der Almwiesen dauert der weitere Anstieg zu den Zuschauerzonen, die immerhin auf einer Höhe von 7000 Fuß liegen, um die zwei Stunden.

Tags und in der Nacht zuvor hatte es heftig geregnet. Nicht nur die schon genannten Kuhfladen waren nass geworden. Streckenweise mussten wir beim Aufstieg durch sumpfigen Morast stapfen, teilweise waren es schon beim Anstieg Rutschpartien. Gutes Schuhwerk tat wirklich Not. Aber wir schafften es, auch wenn die Raucher unter uns noch öfters, mit kreideweißen Gesichtern, anhalten und verschnaufen mussten, frische und saubere Bergluft war bestimmt segensreich für sie.

Da wir zeitig aufgebrochen waren, erreichten wir unsere Aussichtsplätze ebenfalls rechtzeitig. Es gab insgesamt drei verschiedene ausgewiesene Aussichtsplätze an Berghügeln, auf denen sich die Schaulustigen versammeln konnten. Ganze Menschentrauben siedelten sich an, um dieses weltweit einmalige Spektakel in den Bergen zu beobachten. Wir waren zeitig am Ziel, nahezu drei Stunden vor Beginn. 14:00 Uhr war Beginn der Veranstaltung, die eineinhalb Stunden dauern sollte.

Vesperzeit war spätestens jetzt angesagt. Wir hatten es auch nötig. Die Vesperbrote schmeckten vorzüglich. So gut hatten Vesperbrote und das erfrischende Mineralwasser dazu bestimmt noch nie geschmeckt. Es war schon eine Art Erfolgserlebnis, so hohe Berge erstiegen zu haben.

Nun lag das Vorführprogramm der Schweizerischen Luftwaffe vor uns, alle waren wir gespannt auf das, was uns erwartet:

Das Programm sah vor und bescherte uns:

- Schiessen mit F/A-18 Hornet

- Schiessen mit F5 Tiger
- Demonstration (Display) Cougar/Superpuma
- Wasserabwurf (Waldbrandlöschung) Cougar/Superpuma
- Bergrettung eines Verletzten mit EC635
- Display PC21
- Single-Display F/A-18 Hornet

- Flugvorführung mit der SAAB Gripen (Greif), künftiges Fluggerät der Schweizer Luftwaffe
- Patrouille Suisse zum Schluss mit all ihrer Figuren


Speziell war vor allem, dass die F/A-18 und F-5 dort mit scharfer Munition (20mm) schossen. Auf dem Gelände befindet nämlich ein Gebirgsschießplatz, die Ebenfluh. Es gab drei Ziele, welche während der Schiessvorstellung in einem Rundparcours beschossen wurden. Es gab Solo-Displays der F/A-18, PC-21 und dem Puma/Cougar. Mit dem Puma wurde während der Vorstellung ein fiktiver Brand gelöscht. Die gesamte Vorstellung fing, wie oben schon ausgeführt, pünktlich um 14:00 Uhr an (man konnte seine Uhren danach einstellen, es ist wohl Teil des Schweizer Präzisionsmechanismus) und war etwa um 15:30 zu Ende. Während dieser ca. eineinhalb Stunden wurden die einzelnen Manöver durch einen Sprecher des Schweizerischen Militärs in deutscher und französischer Sprache kommentiert.

Die Patrouille Suisse erschien natürlich auch noch und zeigte ihr volles Programm.

 

Es gab atemberaubende Flugszenen zu sehen, beispielsweise der Anflug der Hornet im Verbandsflug gegen die Berge und rechtzeitiges Abdrehen und andere herrliche und gewagte Manöver.

Zwischendurch mal ein Blick auf die Fans des Fliegerschießenes: Da waren wirklich Kind und Kegel vertreten, greise Teilnehmer, man wunderte sich, wie diese den Anstieg geschafft hatten. Da waren Kleinkinder, die man beinahe und wahrscheinlich tatsächlich über den längsten Teil der Bergwiesen tragen musste. Da waren Familien mit größeren Kindern, und es waren viele ausländische Besucher da, Koreaner, Spanier, Südamerikaner und andere ausländische Besucher. Man sprach von insgesamt 7000 Besuchern, die sich dieses Ereignis vor Ort nicht

 

entgehen lassen wollten.

Nach der Vorführung begann der Abstieg. Dies war fast noch anstrengender als der Aufstieg. Für viele, vor allem solche, deren Schuhwerk doch nicht maßgeschneidert war, war es eine regelrechte Rutschpartie. Dennoch, wir schafften den Abstieg ohne Verluste. Nur das Warten auf den Bus am Ende, zum Transport zum Ausgangspunkt, war zermürbend. Fast drei Stunden verlorene Lebenszeit…

Dann aber erfolgte das Sammeln vor unserem eigenen Bus. Durchzählen, ob auch alle den ersten Teil des Heimwegs bis zum Bus geschafft haben und dann die Heimfahrt.

Unser erfahrener Busfahrer Werner Escher, der übrigens die gesamten Strapazen der Bergtour selbst mitgemacht hatte und auf der Axalp oben mit dabei war, brachte uns sicher wieder nach Hause zum Flugplatz Freiburg, nach einem 22-stündigen äußerst erlebnisreichen Oktobertag….

 

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